Ausstellung

ZB 100 – Bild- und Wortwerke

Im Meißner Goldgrund, in der einstigen Bickfordschen Zünderfabrik, initiierten 2004 der Maler, Grafiker und Poet Wolfgang E. HerbstSilesius, die Verlegerin Bettina Viktoria Hennig und die Objektkünstlerin Else Gold ihre Zündblättchen als überelbsche Blätter für Kunst und Literatur. Von der Elbe aus Sachsen kommend, machten sie sich auf, Ost und West zu verbinden. In den sechzehn Jahren hat sich ein künstlerisches Netz von Meißen durch Deutschland und Europa bis nach Australien gespannt. Die kleinen Hefte auf schlichtem Papier in Schwarz-Weiß-Druck verbinden nicht nur Künstler*innen und Schriftsteller*innen, sondern sorgen inzwischen auch für lebhaften Austausch mit dem Publikum. Im Kreuzgang sind zum hundertsten Heft nun hundert Grafiken zu sehen.

Studienleitung: Dr. Kerstin Schimmel

Zusehen ist die Ausstellung vom 7. Juni  – 27. September 2020 im St. Afra-Klosterhof Meißen, Freiheit 16

Finissage: 26. September 2020, 16 Uhr

Kooperation: Kunstverein Meißen e.V.

ZB 100 – Wort- und Bildwerke im Kreuzgang des St. Afra-Klosterhofes Meißen – Fotos: Dr. Kerstin Schimmel

„Alles ist gefrorenes Licht – Bilder von Marian Kretschmer

Die Ausstellung  „Alles ist gefrorenes Licht“ – Bildzyklus zum Friedenslauf Rom – Wittenberg im Lutherjubiläumsjahr 2017 von Marian Kretschmer hängt im Kreuzgang des St. Afra-Klosterhofes. In Zeiten von Corona bringen wir ab jetzt die Bilder der Ausstellung mit den dazugehörenden Texten digital auch zu Ihnen nach Hause – jeden Tag ein anderes Motiv.

Marian Kretschmer

2017 leitete er die künstlerische Gestaltung des Friedenslaufs von Rom nach Wittenberg unter dem Motto „Für Frieden, Demokratie und Toleranz“. Ein Ausschnitt dieses Schaffens ist im Kreuzgang zu sehen. „Der Schwerpunkt meiner Arbeit“, sagt der Chemnitzer Künstler, „liegt in der persona grata und dem Sich-Finden im Anderen“. Dabei ist er immer unterwegs: im Geiste wie auch unter Menschen und Nationen. Seine Kunst entsteht aus diesen Begegnungen und Erfahrungen heraus und will sie weiter transportieren, um Menschen und Ideen zu verbinden.

(c) Marian Kretschmer

„Wir sind ein Volk abgerichtet durch Steuern, Schulden und moralische Zwänge durch die ökonomischen Interessen unserer Machtinstitutionen. Wir suchen Sicherheit, bekommen aber nur Angst.“

„Wo Gott eine Kapelle baut, da baut der Teufel eine Kirche daneben.“ (Martin Luther)

(c) Marian Kretschmer

„Es gibt in uns Menschen irgendwann einen Punkt, der den Konflikt unerträglich sein lässt. Wo es keinen Mut braucht, wo das Leid in uns so groß geworden ist, dass die reine Vision von einem selbstbestimmten, glücklichen Leben Antrieb genug ist. Das ist der Punkt, den jede machtvolle Institution zu kontrollieren versucht. Zuckerbrot und Peitsche! Wenn der Mensch sich dieser manipulativen Einflussnahme im vollen Umfang bewusst wird, kommt er in die wahre Freiheit des Geistes.“

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Mahatma Gandhi)

(c) Marian Kretschmer

„Das Wort ist und bleibt nur ein Wort. Es steht auch am Anfang jeder friedlichen Überzeugung. Nur durch wahres und unmittelbares Mitgefühl und Handeln kann das Wort zu einer lebendigen und revolutionären Kraft werden. Jeder Mensch sollte in sich selbst in jedem Augenblick dem Wort Frieden neu begegnen und wahrhaft nachfühlen können. Nur dann gibt es auch Ehrlichkeit im Handeln.“

„Ich will mir den Schrei zu eigen machen, der mit wachsender Sorge aus jedem Teil der Erde, aus jedem Volk, aus dem Herzen eines jeden aufsteigt aus der ganzen Menschheitsfamilie: Das ist der Schrei nach Frieden! Wir wollen eine Welt des Friedens, wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein, wir wollen, dass in dieser unserer Gesellschaft, die von Spaltungen und Konflikten durchzogen wird, der Friede ausbreche! Nie wieder Krieg! Nie wieder Krieg!“ (Papst Franziskus)

(c) Marian Kretschmer

„Jesus, Buddha, Mohammed, … So viele Namen und Persönlichkeiten dahinter, die auf ihrem Weg der Selbsterkenntnis uns Menschen zu jeder Zeit inspiriert haben, unseren stumpfsinnigen Lebensstil aufzugeben, dem Leiden, dem Hunger, dem Krieg ein Ende zu machen. Wir müssen selbst herausfinden: Frieden wird allein durch inneren Wandel möglich.“

„Irgendwann muss man einmal ‚Halt!‘ sagen, um diesen ständigen Schikanen ein Ende zu bereiten und herauszufinden, auf welche Menschenrechte ich Anspruch hatte.“ (Rosa Parks)

(c) Marian Kretschmer

„Der Mensch glaubt und vertraut zu offensichtlich seiner Maske der Reinheit und Unschuld, als der wahren Liebe im Sein. Die Zeit scheint still zu stehen. In jeder Generation wehren sich so viele von uns, ihre Maske abzulegen. Blinder Hass, Wut und Gier müssen von uns selbst erkannt werden, um den Krieg im Inneren zu beenden.“
„Weißes erkennt man besser, wenn man Schwarzes dagegen hält.“ (Martin Luther)

(c) Marian Kretschmer

„Es ist ein seltsames Paradox, wie der menschliche Verstand unablässig darum bemüht ist, ja sogar kämpft, eine konfliktfreie Zone zu schaffen, in der ihn nichts stören kann. Wer sein Leben ernsthaft betrachtet, sieht ein ständiges Erschöpfen, Zusammenbrechen und Wiederaufbauen dieser vermeintlichen Sicherheitszone. Wir setzen künstliche Grenzen durch künstliche Barrieren und tun damit alles, um uns und unsere Nächsten zu distanzieren.“

„Sobald sich die Herzen voneinander entfernen, entsteht Krieg.“ (Papst Franziskus)

(c) Marian Kretschmer

„Es gab zu jeder Zeit Menschen, wie Jesus, Buddha, Martin Luther, Gandhi, Yogananda, Mutter Theresa, u.a., die in ihrem Glauben an Menschlichkeit und Wahrhaftigkeit scheinbar über sich hinaus gewachsen sind, und sich von der Idee einer naiven Vision haben treiben lassen. Einer für viele von uns Menschen utopischen Vision über eine friedliche Welt, in der jeder sich von seinen Begabungen leiten lassen und dadurch Glückseligkeit erfahren darf. Wo der Mensch in friedlicher, gütiger Absicht agiert, ist Umwandlung möglich.“

„Das Wichtige an den Olympischen Spielen ist nicht zu siegen, sondern daran teilzunehmen; ebenso wie es im Leben unerlässlich ist nicht zu besiegen, sondern sein Bestes zu geben.“ (Bischof Ethelbert Talbot)

(c) Marian Kretschmer

„Der einzelne Mensch kann durch seine ihm inne ruhende Schöpfungskraft und seinen Willen jederzeit Brücken zwischen den gespaltenen Staaten und Nationen aufbauen und staatlich motivierte Barrieren überwinden. Durch die Kraft der Verbundenheit zu sich selbst, und als wertvoller Teil der menschlichen Gemeinschaft ist jeder von uns in der Lage, jeden Ort dieser Welt zu einem friedlichen Mittelpunkt zu mache.“

„Wir müssen lernen, entweder als Brüder miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.“ (Martin Luther King)

(c): Marian Kretschmer

„Unser Lebensweg ist scheinbar von systemischen Hindernissen begleitet. Der eigentliche Konflikt aber ist, dass wir uns ihnen zu unterwerfen versuchen. Dass wir in unseren Beziehungen nur ständig bemüht sind, zu analysieren, zu vergleichen und zu beurteilen, was gut und was schlecht ist. Doch im ständigen Bemühen, persönlich Vorteile und Aufmerksamkeit aus allem zu ziehen, lösen wir den Konflikt nicht auf. Indem wir uns nur permanent zu Opfern erklären, werden wir auch zum Täter.“

„Liebe erblüht im Staunen einer Seele, die nichts erwartet und sie stirbt an der Enttäuschung des Ichs, das alles fordert.“ (Gustave Flaubert)

(c) Marian Kretschmer

„Der Krieg der Bauern steht stellvertretend für jedes Revolutionsbegehren des Menschen gegen seine Unterdrückung durch andere Menschen. Die zurückliegende Geschichte zeigt uns, dass Widerstandskämpfe immer nur kurzfristige friedensstiftende Lösungen gebracht haben. Die Ursachen Hass, Gier und Neid werden nicht erkannt und beeinflussen uns Menschen weiter in unserer machtvollen Handlungsweise. So schwappt die Welle der Zerstörung ständig über die Welle des Lebens.“

„Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.“ (Mahatma Gandhi)

(c) Marian Kretschmer

„In dem Moment, wo wir Menschen vom Wissen ins Fühlen, vom Denken ins Handeln und von unserem reinen Glauben ins wahre Sehen und in die Selbsterkenntnis kommen, lösen sich die Fesseln und der Konflikt Augenblick für Augenblick in uns auf.“

„Das Leben ist ein Kampf, lebe ihn. Das Leben ist Freude, koste sie. Das Leben ist ein Versprechen, halte es. Das Leben ist auch Traurigkeit, überwinde sie.“ (Mutter Teresa)

(c) Marian Kretschmer

„Wir müssen ablassen von unserer Schuld. Um in friedliches und liebevolles Handeln zu kommen, ist es notwendig, dass wir kein altes Leid mit uns herumtragen. Was wahr st, muss jeden Augenblick von uns aufs Neue erkannt werden. Allen menschlichen Beschränkungen und Störungen gilt es zu vergeben, denn keine von ihnen steht uns fremd. Sie zu sehen, ist wie ein Blick in den Spiegel.“

„Der Glaube bringt den Menschen zu Gott, die Liebe bringt ihn zu den Menschen.“ (Martin Luther)

(c) Marian Kretschmer

„Die perfekte Illusion: Irgendwann hat jeder Mensch sich von seinen Fesseln, Masken, Vorurteilen und Ängsten befreit und einen Weg zu sich selbst und zu seinen Nächsten gefunden. Ethnische, religiöse und kulturelle Manifestationen weichen, angebliche Unterschiede werden als Gemeinsamkeiten erkannt, fließen über und ebnen den Weg zur Erkenntnis der eigenen Liebe zu Mutter Natur, zu Gott und dem Universum. Das Leben ist ein einziger Genuss, ein einziges Fest der Freude.“

„Liebe ist die einzige Macht die im Stande ist einen Feind in einen Freund zu verwandeln.“ (Martin Luther King)