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Online-Veranstaltung „Zwischen Erinnerung und Leugnung: 25 Jahre Völkermord von Srebrenica“


22. Juni 2020

Srebrenica steht für das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Bosnienkrieg (1992-1995) eroberten Einheiten der bosnischen Serben im Juli 1995 die Stadt. Trotz Stationierung von Friedenstruppen der Vereinten Nationen wurden tausende bosniakische Männer verschleppt und in der Umgebung von Srebrenica ermordet. Mehr als 8.300 Menschenleben wurden ausgelöscht, das Schicksal von Hunderten ist bis heute ungeklärt. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sowie der Internationale Gerichtshof stuften die Massaker als Völkermord ein. Während die juristische Aufarbeitung weitgehend abgeschlossen ist, bleiben die gesellschaftliche Aufarbeitung der Ereignisse und der Umgang mit ihnen weiterhin Schauplatz von Auseinandersetzungen.

Im Jahre 2003 wurde in Potočari ein Gedenkfriedhof eingeweiht, auf dem tausende Opfer beigesetzt wurden. Inzwischen beherbergt der Ort auch eine staatliche Gedenkstätte, das Srebrenica Genocide Memorial Center (< mouse-over: https://www.srebrenicamemorial.org/en/home). Seine Mission beinhaltet die Aufarbeitung und Dokumentation der Vergangenheit für eine breite, auch internationale Öffentlichkeit sowie einen Dialog in die Gesellschaft.

 

Die Online-Veranstaltung: Umgang mit Vergangenheit heute

Die Online-Veranstaltung am 30. Juni von 17.00 bis 19.00 Uhr befasst sich mit dem politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Srebrenica 25 Jahre nach den Massakern. Wie gehen die früheren Kriegsparteien heute mit der Vergangenheit und offenen Wunden um? Wie wird der Völkermord in Srebrenica nach 25 Jahren gedeutet? Wer erinnert sich der Opfer – und wie? Welche Rolle spielen ethnische Zugehörigkeiten und Religionen? Wie beeinflusst Srebrenica die europäische Integration Serbiens und Bosnien und Herzegowinas?

Diese Fragen erörtert Dr. Emir Suljagić, Leiter des Srebrenica Genocide Memorial Center im Gespräch. Dr. Emir Suljagić, geboren 1975, kam als Flüchtling nach Srebrenica und überlebte dort den Völkermord – Dank seiner Tätigkeit als Dolmetscher der Vereinten Nationen. Er studierte Politikwissenschaften sowie Demokratie und Menschenrechte in Sarajevo und Bologna und promovierte in Hamburg zu serbischen Kampagnen ethnischer Säuberungen. Als politischer Aktivist und Autor gibt er den Opfern und Hinterbliebenden von Srebrenica seit vielen Jahren eine Stimme. Er lehrt an der Universität von Sarajevo und leitet seit 2019 die Gedenkstätte in Potočari.

 

Sprachen           deutsch/bosnisch (Simultanübersetzung)

Anmeldung       bis zum 26. Juni 2020 an annett.mikosch@ev-akademie-meissen.de

Die Online-Veranstaltung wird mittels der Videokonferenzsoftware Zoom übertragen (deutsch) und parallel auf Facebook gestreamt (bosnisch).

Die Online-Veranstaltung ist eine Kooperation der Evangelischen Akademie Meißen sowie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Auslandsbüro Bosnien und Herzegowina und Politisches Bildungsforum Sachsen.

 

Mitwirkende

Dr. Julia Gerlach              Studienleiterin, Evangelische Akademie Meißen

Dr. Joachim Klose           Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

Sven Petke                         Leiter, Auslandsbüro Sarajevo der Konrad-Adenauer-Stiftung

Dr. Emir Suljagić             Leiter, Srebrenica Genocide Memorial Center

 

Dr. Emir Suljagic Foto:  https://qoshe.com/yazar/emir-suljagi-/133794

 

Namenstafel an der Völkermord-Gedenkstätte in Potočari in der Nähe von Srebrenica, mit Regenwolken im Hintergrund. Foto: Michael Büker/Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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